Josef Krämer

über den "Held von Ommerborn"

Der Verräter

Erzählung aus der Zeit des  Johann Peter Ommerborn

im Sammelband "So lebten, liebten, lachten sie" Geschichten aus der Bergischen Geschichte

ISBN: 978 3 7347 7841 4

Der Verräter ist immer ein faszinierender Charakter. Dabei wird er meistens verachtet und es gibt den zynischen Spruch: Ich liebe den Verrat, doch ich verachte den Verräter. Verrat wird oft als Kolaboration, als das Sympathisieren mit dem Feind definiert. Ich versuche eine andere mögliche Antwort zu finden.

Die Ansichten darüber was heldenhaft ist, variieren und nicht jeder wird sich die des Buches zu eigen machen. Aber darüber nachzudenken könnte ja schon genügen. Der Untertitel besagt, die Zeit des Johann Peter Ommerborn ist Hintergrund, also die Zeit um 1794 im Bergischen Land. In vielen Dokumenten wird der "Heldenpastor" durchweg als ziemlich eindimensionale Gestalt beschrieben. In der Erzählung wird ihm ein komplexer Charakter zugestanden, den er auch sicher gehabt hat. 

Im übrigen sind die Personen und Handlungen frei gestaltet. Zugriffe auf historische Begebenheiten sind in den Quellenangaben zu finden. 

Der Autor ist bisher bekannt für heitere Geschichten auch in bergischer Mundart.                                                                                                              

Diese Erzählung gibt Einblicke in die Wirren einer schlimmen Zeit und die Konflikte, die daraus für die Menschen erwachsen. Sie ist ein Leckerbissen für Freunde der Heimatliteratur.   

Der Verräter - eine spannende Geschichte mit überraschenden Wendungen.

Das Bergische Land ist Schauplatz der Ereignisse um den "Heldenpastor" und der Leser wird sich wundern, an welchen Orten die Revolutionssoldaten  überall ihr Unwesen trieben und wo die Bergischen zurück geschlagen haben.

Lasse Dich entführen in eine heute für uns fast unvorstellbare Welt, die vor gut 200 Jahren leider bei uns Wirklichkeit gewesen ist. 

Ich habe das Buch meinem Vater und allen Menschen gewidmet, denen je in einem Krieg das Leben genommen wurde. Diese Widmung ist mit dem innigen Wunsch verbunden, dass Gewalt in jedweder Gestalt von allen Menschen verachtet werden sollte.  

Die Erzählung "Der Verräter" ist im Sammelband "So lebten, liebten, lachten sie" meiner Bergischen Geschichten in allen Buchhandlungen und im Internet erhältlich.

ISBN-Nr. 978-3-7347-7841-4

z.Beisp. unter  www.libri.de/ www.amazon.de oder in ihrer Buchhandlung

alle meine Bücher unter Josef Krämer (Heimatliteratur) und Jo Krämer (Reisebücher & Sachliteratur)

Leseprobe aus "Der Verräter":

 Anno domini 1795.

 Am Waldrand zur abschüssigen Wiese standen zwei uniformierte Gestalten, die beide hohe Mützen trugen, auf denen übergroß aufgenäht die französische Nationalkonkarde*  prangte. Sonst waren beide in grobe graue Hemden und einen blauen Leinwandkittel gekleidet, die Beine in engen grauen Beinkleidern* steckend. Sie trugen dazu blaue Strümpfe und rindlederne Schuhe, die mit farbigen Bändern verschnürt waren. Einer von ihnen hatte einen Lederriemen um den Leib gebunden, an dem an der Seite eine Pistole hing, während der andere eine Flinte schulterte, auf der ein langes Bajonett steckte. So waren sie unschwer als Bauernsoldaten der französischen Revolutionsarmee* zu erkennen.

 Sie schauten  aufmerksam zum Bach hinunter, an dem ein einsamer Kotten* lag. Der Lehm des  Fachwerks war an vielen Stellen ausgebröckelt und hatte das Flechtwerk aus Buschzweigen freigelegt. Das Kalkweiß der Wände zwischen den schwarzen Pfosten leuchtete nur noch an wenigen Flecken zwischen dem lehmigen Gelb.

 Eine Katze von greisenhaftem Aussehen, die Haare zu braun-grauen Strähnen verfilzt, hockte zusammengekauert auf dem bröckeligen Fenstersims und wärmte ihr Fellkleid in der spärlichen Frühlingssonne.  

 "Mein Freund, dort werden wir finden, was wir suchen, mon Dieu*", sagte einer der Uniformierten.

 "Lasse Gott* aus dem Spiel, Jean. Den haben wir selber abgeschafft und glauben nicht mehr dran seit der Revolution."

 "Manchmal wünschte ich, es gäbe ihn trotzdem, Jules."

Sie gingen beide los, nicht die Wiese direkt überquerend, sondern am Waldsaum entlang, die schützenden Büsche und Bäume im Rücken als vermeintlichen Schutz nutzend.

Auf dem Hof hielten sich zu diesem Zeitpunkt nur der alte Bauer Rodenbach und sein Enkeltöchterchen auf. Sie war gerade einmal vierzehn Jahre alt.

 Das Mädchen schaute mit großen braunen Augen in die Welt, die ihm vertraut war: der Hof, die Tiere, der Großvater und die Eltern, die es noch nie im Leben verlassen hatte, denn ihr Geist war schon seit ihrer Geburt nur aufnahmefähig für die einfachsten Dinge. Das Kind war bildschön in seinem einfachen Leinenhemdchen, welches den mageren Körper bedeckte. 

 Der Alte ist wohl ausreichend dadurch charakterisiert, wenn ich sage, dass er vor langer Zeit, als einmal Frieden im Lande war, drei Nächte lang gewacht hatte um die Burschen zu fangen, die ab und zu  seine Äpfel stahlen. Als er sie erwischt hatte, schenkte er jedem eine Kupfermünze und ermahnte sie, das nicht wieder zu tun.

 Sein Enkelkind war sein ein und alles.

 So ist es nicht besonders verwunderlich, was sich in der Folge auf dem Hof im Kollenbachtal* abspielte.

 Die beiden Revolutionssoldaten* sprangen gleichzeitig von der Waldseite her über einen kleinen Erdwall  auf den Hof zwischen Haus und Scheune, wobei sie laut brüllten wie die Stiere. Der, den der andere Jean genannt hatte hielt seine Flinte im Anschlag und der mit Namen Jules fuchtelte so gefährlich aussehend mit seiner Pistole herum, dass man Angst haben musste, er würde sich selber oder seinen Kameraden gleich mit erschießen.

 Tatsächlich entlud sich ein Schuss in die Luft und der Knall ließ Jean so erschrecken, dass er stolperte und der Länge lang  zu Boden schlug. Da lag er nun in einem saftigen, stinkenden  Kuhfladen und verfluchte den Tag, an dem er geboren wurde. Wer französische Flüche kennt, weiß wovon die Rede ist. 

 Der Großvater hatte die kleine Elisabeth geschnappt und sich unter dem Tisch in der Küche so gut es ging versteckt. Beschützend hielt er seine Arme über die Kleine und murmelte ein Vaterunser. Elisabeth hielt die Augen geschlossen in dem Glauben, dass nicht geschähe, was man nicht sehen konnte.

 Als sich auch nach dem Knall nichts auf dem Hof rührte außer einem protestierenden Muhen der einzigen Kuh, dem  Grunzen einer Sau und dem Quietschen einiger Ferkel, welches alles viel versprechende Geräusche für die beiden fremden Soldaten waren, traute sich der wieder aufrecht stehende Jules die einzige Tür zum Haus mit dem Fuß aufzustoßen und hinein zu stürmen. Dabei hatte er in der Aufregung vergessen, das Oberteil der Strungstür* mit zu öffnen und rammte sich den Kopf bei seinem ungestümen Tun so unglücklich, dass er benommen nach hinten die eine Dörpelstufe* hinunter, seinem Kameraden Jean vor die Füße fiel und ihn so ungeschickt mit dem Hinterkopf vors Schienbein haute, dass sich ein zweiter Schuss aus dem frisch geladenen Pistol* löste. Zu allem Unglück riss die unkontrolliert abgefeuerte Kugel dem am Boden Liegenden glatt zwei Zehen ab. Die Hälfte der auf dem Kotten anwesenden Revolutionsarmee hatte sich somit selber außer Gefecht gesetzt.

 Es ist nicht so sehr die Bösartigkeit, die den Menschen fehlleitet, es ist seine Dummheit.

 Bei dem seltsamen Gerumpel und Poltern vor der Tür hatte sich der Altbauer im Haus das Kind gepackt und verschwand so schnell er konnte durch die Hintertür über die Miste springend in den Wald, wo er außer Atem erst in einiger Entfernung hinter dem Fischteich zu Boden sank, sein Kind immer noch beschützend halb unter sich begrabend.

 Elisabeth empfand das alles als einen Spaß, den sich der Großvater da mit ihr ausgedacht zu haben schien. Sie hetzten weiter zum Lichweg* in Richtung Biesfeld, wo sie in Sicherheit wären. Hier konnten sie auch den Bauern und die Bäuerin treffen, die zur Heiligen Messe in der Kapelle, die seit dem 17. Jhdt. der Schmerzhaften Mutter Gottes geweiht war, unterwegs waren.

 In der Zwischenzeit war auf dem Hof das große Jammern angesagt. Jean schrie, klagte und fluchte fast gleichzeitig und schalt Jules mit Ausdrücken, die hier nicht wiedergegeben werden können. In den zwei Jahren seiner Laufbahn als Soldat hatten sich so einige besonders inhaltsreiche und klangvolle bei ihm angesammelt, die er vorher in seinem ganzen Leben nie gekannt, geschweige denn  gesagt hätte.

 Er band seinem Kameraden das Bein am Oberschenkel ab, wie er es gelernt hatte, denn das Blut lief in einem kleinen Bach über zwei Grauwackesteine* am Boden in den Dreck, wo es versickerte. Dann  wand er ein Tuch um den Fuß und wuchtete Jean auf den Türdörpel*. Er bedeutete ihm, sich nicht zu rühren, während er in den Stall lief, aus dem  viel versprechend die Geräusche der Schweine zu hören waren. Fünf kleine Ferkel scharten sich um eine Sau. Sie quietschten gottserbärmlich, als Jules sich eines nach dem anderen packte und erschlug.

 Es dauerte nicht lange und er erschien mit einer einrädrigen, von Schweinemist und Jauche durchtränkten Schubkarre, auf die er die toten Ferkel geladen und an der er ein Hinterbein der Sau mit einem Strick angebunden hatte. Es war nicht einfach, den weiter schimpfenden Verwundeten auf die Karre zu hieven, die immer wieder umfiel, weil das Schwein auf einer Seite daran zog.

 Es war ein seltsames Bild nachdem er ihn endlich hoch gewuchtet hatte, denn Jean lag im Dreck der Mistkarre und hielt fluchend und stöhnend die Ferkel in den Armen, während seine Beine kraftlos über den Karrenrand hingen.

 Es sah nicht gerade wie ein Siegeszug aus, als sich das traurige Gespann Richtung Bensberg in Bewegung setzte.

 Ihr Weg sollte nur kurz sein.

 

Erklärungen:

 

Verwendete Namen:

Wellem=Wilhelm, Hinrich und Hinderich= Heinrich, Christ oder Chress=Christian, Pitter=Peter, Jupp=Josef, Mattes=Matthias, Grates=Gerhard, Hannes=Johannes/Hans, Dures=Theodor, Drickes=Heinrich/Hendrik,  Drütchen= Gertrud

Schimpfwörter:

Fuulwammes= Faulpelz        Sauhungk=Sauhund / Schimpfwort, biologisch nicht nachzuweisende Mischung,     Drühleet=Dummkopf

Französische Revolution (Auszug aus dem Internet Wikipedia)

(1789 bis 1799) gehört zu den folgenreichsten Ereignissen der neuzeitlichen europäischen Geschichte. Die Abschaffung des damaligen feudal absolutistischen Ständestaats sowie die Propagierung und Umsetzung grundlegender Werte und Ideen der Aufklärung als Ziele der Französischen Revolution – das betrifft insbesondere die Menschenrechte – waren mit ursächlich für tief greifende macht- und gesellschaftspolitische Veränderungen in ganz Europa und haben das moderne Demokratieverständnis entscheidend mit beeinflusst. Die heutige Französische Republik als liberal-demokratischer Verfassungsstaat westlicher Prägung stützt ihr Selbstverständnis unmittelbar auf die Errungenschaften der Französischen Revolution.

Die revolutionäre Umgestaltung und Nationwerdung der französischen Gesellschaft war ein Prozess, bei dem drei Phasen zu unterscheiden sind. Die erste 1789 – 1791 stand im Zeichen des Kampfes für bürgerliche Freiheitsrechte und für die Schaffung einer konstitutionellen Monarchie. Die zweite 1792 – 1794 führte angesichts der inneren wie äußeren gegenrevolutionären Bedrohung zur Errichtung einer Republik mit radikaldemokratischen Zügen und zur Ausbildung einer Revolutionsregierung, die mit Mitteln des Terrors und der Guillotine alle „Feinde der Revolution“ verfolgte. In der dritten Phase, der Direktorialzeit 1795-1799, behauptete eine von besitzbürgerlichen Interessen bestimmte politische Führung die Macht nur mühsam gegen Volksinitiativen für soziale Gleichheit einerseits und gegen monarchistische Restaurationsbestrebungen andererseits.

 Ausschlaggebender Ordnungs- und Machtfaktor wurde in dieser Lage zunehmend das in den Revolutionskriegen entstandene Bürgerheer, dem Napoleon Bonaparte seinen Aufstieg und den Rückhalt bei der Verwirklichung seiner sich über Frankreich hinaus erstreckenden politischen Ambitionen verdankte.

Das  Herzogtum Berg  war ein Territorium des heiligen Römischen Reiches deutscher Nation im östlichen Rheinland. Es zählte zum niederrheinisch-westfälischen Reichskreis und war landständisch verfasst. Es bestand vom 11.Jahrhundert bis 1380 als Grafschaft, bis 1806 als Herzogtum Berg, danach noch wenige Jahre als Großherzogtum. Berg. Es war lange mit dem Herzogtum Jülich und wechselweise mit verschiedenen anderen Territorien in Personalunion vereint. Herrschaftssitz war zunächst Altenberg, ab 1133 dann Schloss Burg und ab dem 14.Jahrhundert Düsseldorf.

S.9    Saumilch   (mundartlich) Löwenzahn       S.10   Nationalkonkarde     Die N. an der Mütze der Revolutionsgardisten war mitunter das einzige Erkennungsmerkmal. Oft trugen sie keine Uniformen, sondern die langen Unterhosen mit einem langen blauen Leinenhemd oder Paletot darüber, die Kleidung der französischen Bauern.    S.10 Beinkleider  enganliegend, ähnlich lange Unterhosen. Sie galten nicht als Hosen, daher die Bezeichnung für Soldaten "Sans culott" ohne Hosen.                            S.10 Kotten   kleiner, ärmlicher Bauernhof

S.11   Mon Dieu  französische Redensart / mein Gott        S.11     Gott  war in der französischen Revolution abgeschafft worden. Üblich war von einem "höheren Wesen" zu sprechen.

S.12       Revolutionssoldaten,  Soldaten, die sich so der Idee von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit verpflichtet fühlen, dass sie diese auch mit Gewalt durchsetzen wollen.      Weitere Bezeichnungen im Buch für "die Revolutionssoldaten": Sanculotten/Frankreicher/ Revolutionäre/ Franzosen/ Franzmänner/ Revolutionstruppen/ französische Freiheits-kämpfer/ die Welschen       S.12    Kollenbachtal   kleines Tal unterhalb Engeldorf          S.12   Revolutionsarmee   französische Armee nach der Revolution von 1789, die sich nicht dem König, sondern deren Soldaten sich so er Idee von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit verpflichtet fühlen, dass sie diese auch mit Gewalt durchsetzen wollen.

S.13    Strungstür       (mundartlich)  geteilte Tür, bei der sich Oberteil und Unterteil getrennt öffnen lassen. Der Ausdruck "strungsen" bedeutet "erzählen", d.h. man konnte sich trefflich durch die Türunterhalten.      S.13    Dörpelstufe    (mundartlich)   Treppenstufe oder seitlicher Abschluss der Treppe vor der Haustür      S.13   das Pistol      damals übliche, sächliche Bezeichnung einer Handfeuerwaffe         S.13     Lichweg    (Mundart)         Weg, über den die Toten der umliegenden Ortschaften, die zur Kirche nach Cürten gehörten, dort auf den Friedhof verbracht wurden. (Oberkollenbach, Hufe, Engeldorf, Offermannsheide)

S.14  Grauwacke     verbreitete Gesteinsart im Bergischen Land         S.14     Türdörpel    (mundartlich) Stufe vor der Eingangstür, auch seitlicher Abschluss der Eingangstreppe

S.15     Kaaschhook  (Mundart)  stabile Hacke mit kurzem Stiel, zum Beispiel zum Furchen ziehen oder Kartoffel ausmachen. An einer Seite befindet sich ein breites Metallblatt, an der anderen eine Verflachung, die auch als Hammer gebraucht werden kann.(Pfähle einschlagen)        S.15     Siefen  (Mundart) nasser Quellgrund in Wald oder Wiese

S.18        Bedrihf maachen     (Mundart) Daraus willst du doch sicher hier keine große Sache machen.        S.18           Johann Peter Ommerborn Kopf des bergischen Widerstandes gegen die französischen Revolutionstruppen.

Geb. 1.Januar 1762  / 1792-1796 Vikar in Offermannsheide / danach Feldprediger im kaiserlichen Heer / 1798 zunächst als Vikar später als Pastor in Frielingsdorf/ ab 1830 Pfarrer in Bergisch-Gladbach.Sand/  gestorben 1837

S.18      Vikar  (Pfarrvikar), auch Kaplan; ein Priester, der einem Pfarrer unterstellt ist. Bei einer Pfarrvikarie ist er dem Pfarrer gleichgestellt. Johann Peter Ommerborn war von 1790 bis 1796 Vikar in Offermannsheide      S.18    Beujet      (Mundart) für kleines Rind, im Bergischen im übertragenen Sinn auch für ungelenken Burschen benutzt     S.19         Bünn   (Mundart)    das Gebünde, die Balken unterm Dach, auch für "Mansarde"  gebraucht

S.20         Kamesol    Gehrock, auch allgemein eine Jacke oder ein Überzieher/Rock,

S.21      Antoine Richepanse (siehe unter S.61)        S.21    Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!  Losung der Französischen Revolution 1789             S.21       Österreicher   Soldaten des Kaisers in Wien

S.22      Ommerhof    Elterlicher Bauernhof in Ommerborn, Geburtsort von Johann Peter Ommerborn, Staatlicher Pachthof,              S.22      Hundspflug   Wendepflug, ein Zugtier genügt sowohl zum Pflügen als auch zum Ausmachen von Knollenfrüchten, wie Rüben und Kartoffeln.  Gegensatz: Schwing-, Stelz-, Räderpflug.               S.22      Fuhrmannskloren   (Mundart) einfacher gebrannter klarer Schnaps

S.23           Die Kaiserlichen/    sie werden synonym mit den Österreichern genannt, es sind Truppen des Deutschen Kaisers in Wien, im Bergischen war es das Regiment der Barko-Husaren.

S.27       "Zau dich!"     (Mundart)  für "Beeile dich!"

S.29      Vikariat    gleich nach seiner Einführung als Vikar begann Ommerborn mit dem Entwurf und dem Bau des Vikariats mit Bauernhof, den er auch bewirtschaftete.

S.32         Executor   Steuereintreiber des Kurfürsten

S.36       Kloren  (Mundart) klarer Schnaps, bestenfalls aus Korn gebrannt, wurde oft mit Zucker oder Kräutern versetzt, mit Früchten versetzt nannte man ihn "Opjesatzten".        S.36       Drühleet   (Mundart) Dummkopf /Schimpfwort

S. 37          Strang     (Mundart) Respekt    S.37       un zum Schluss es se doll jedrieht. (Mundart) und zum Schluss ist sie überdreht, d.h. sie ist unnütz.     S.37   Kurfürst Karl Theodor  1742-1799  er kam mit 18 an die Regierung, förderte Industrie, Handel und geistiges Leben. Er residierte vorwiegend in der Pfalz (Kurfürst v.d.Pfalz) und in München ab 1777 (Kurfürst von Bayern)

S.38         Ströppen   Schlingen legen um Niederwild zu fangen.

S.40      Schnapspinnchen   (mundartlich) Schnapsgläschen           S.40     Püster, umgangssprachlich für Gewehr

S.41      Pack  (umgangssprachlich) soziale Unterschicht, Gesindel

S.42        Kotterhof    Gehöft in der Nähe von Kürten/Olpe

S.45       Ferdinand Stucker   (siehe unter S.61)

S.47        En Piefe en dr Stuev jehüet sech nit  (Mundart) Eine Pfeife in der Stube gehört sich nicht!

S.48         Halfe/Halfin

Ein Halfe war ein Pächter mit besonderem Pachtvertrag. Dieser hatte einen bestimmten Anteil, zumeist die Hälfte, seines Ertrages an den Grundherrn abzuliefern.  Infolge der Auflösung der Vilikationsverfassung  gaben die Grundherren spätestens mit Beginn des 13. Jahrhunderts die Eigenbewirtschaftung ihrer Fronhöfe auf. Das naturalwirtschaftliche, auf Selbstversorgung ausgelegte System der mittelalterlichen Grundherrschaft hatte seit dem Aufblühen der städtischen Markt- und Geldwirtschaft zu sehr an Effizienz und Effektivität verloren. Die mit der Veränderung des Agrarsystems verbundenen Auswirkungen fielen bezogen auf die Fronhöfe regional unterschiedlich aus. Während es in Südwestdeutschland zu einer fast völligen Aufteilung des alten Herrenlandes kam, wurden am Niederrhein und in der Kölner Bucht die Fronhöfe nur äußerst selten aufgelöst. Dort schlugen die Grundherren andere Wege ein, um ihre Existenzgrundlagen zu sichern. Sie verpachteten ihre Fronhöfe auf Zeit.   Die ursprüngliche Form der Verpachtung von Herrengütern war der Halbbau (Halbpacht). Dabei führte der Pächter die Hälfte seines landwirtschaftlichen Ertrages an den Grundherren als Pacht ab. Aus diesem Grund nannte man den Pächter eines Fronhofs auch Halbwinner, Halfe, Halbmann oder Halberling, in der Mehrzahl Halfleute. Als im Laufe der Zeit die Pacht nicht mehr ertragsabhängig halbiert wurde, sondern Grundherr und Pächter sich auf eine fixe Pachtsumme einigten, blieb der Name Halfe gleichwohl erhalten. Die im Rheinland übliche Pachtdauer betrug im 14. Jahrhundert drei oder sechs Jahre und pendelte sich im 16. und 17. Jahrhundert auf zwölf Jahre ein. Nach Ablauf einer Pachtperiode wurde, sofern der Grundherr mit der Hofführung seines Pächters zufrieden und letzterer seinen Verpflichtungen und Zahlungen immer zuverlässig nachgekommen war, der Vertrag um jeweils weitere zwölf Jahre verlängert., In vielen Fällen blieb das Pachtgut sogar für Generationen in den Händen der gleichen Pächterfamilie. Die Halbwinnerschaft brachte nicht nur dem Grundherrn sondern auch dem Pächter große ökonomische Vorteile: Da die Halbwinner vom gepachteten Gut kein Stück veräußern durften und die Güter nach dem Tod eines Pächters nicht der Realteilung unterlagen (in der Regel ging der Pachtvertrag auf den ältesten Sohn oder einen Schwiegersohn über), blieben ihre Anbauflächen stets gleich oder wurden durch Zukauf noch größer. Damit waren die Halfen den Bauern mit Eigenbesitz überlegen, denn diese hatten bei jedem Erbfall mit dem Problem der Verkleinerung der Hofstellen zu kämpfen. So entwickelte sich im Rheinland und in anderen nordwestlichen Regionen bereits vor dem Beginn der Frühen Neuzeit mit dem Pächterstand eine neue, ländliche Oberschicht, die persönlich völlig frei und wirtschaftlich äußerst wohlhabend war.

S.49     Drövver Spetzen un Volangen, dohdronger hant se de Klöngeln hangen.   (Mundart/Sprichwort) Darüber trägt man Spitzen und Schmuck, darunter sieht es unordentlich aus.

S.59     Jacques Montafon  Französischer Revolutionssoldat. Sein ritterlicher Einsatz für eine deutsche Frau ist nachgewiesen.

S.61/21    Antoine Richepanse  Generaladjutant und Befehlshaber der französischen Truppen in Bensberg. Geb.1770 in Metz, gestorben 1802 an Lungenentzündung, Sohn eines Dragoners, mit 15 schon Soldat der franz.Armee, mit 30 Jahren Chef des Chasseurs a Cheval

S.61/45       Ferdinand Stücker, Advokat aus Bensberg, neben dem Vikar Ommerborn die herausragende Persönlichkeit im Kampf gegen die französischen Revolutionstruppen im Bergischen.  Stücker wurde im Kampf verwundet. Nach der Genesung trat er als Offizier ins kaiserliche Heer ein und starb 1824 als Reichsfreiherr von Stuck-Weyerhof.

S.64       Salaud   (französisch)  Schweinehund

S.65      Haal ding Muul, söss kriste noch eenen op die Schnuute!     (Mundart) Halt deinen Mund, sonst bekommst du noch einen drauf!

S.72            Nu kratz nit aff, jlich kütt dech eener hollen!  (Mundart) Nun sterbe nicht, gleich kommt dich jemand abholen.

S.86            Brotkoschten  (Mundart) die harten Krusten vom Brot oder die Enstücke.

Quellenangaben:

 

Bergischer Kalender Heft 10/1929 / Johann Peter Ommerborn- der bergische Heldenpastor von E.J.Fr.Imhoff  /   Auszüge aus der Dorfchronik von Offermannsheide von Lehrer Engeländer zusammengestellt 1962

Der Held von Ommerborn   Roman von Peter Matthias Odenthal, Verlag Rich Köln 1942    /      Ommerborn-Bergischer Held    von Jenny Kollenberg    Verlag Gronenberg Gummersbach 197

Lindlar- eine Bergische Gemeinde 1976   Von Dr.Gerd Müller    /      Bergischer Kalender 1925    Artikel von Dr.Ferdinand Schmitz   Die Bedeutung Joh.Peter Ommerborns für das bergische Volk

Bergischer Kalender 1927     Artikel von Anton Jux                   /        J.P.Ommerborn, der bergische Schirmer der Heimat in Kriegsnot      /         Bergische Männer   August Lomberg 

 

Es gibt weitere Bücher von mir im Buchhandel und im Internet unter Josef Krämer und Jo Krämer

unter Jo Manno Remark sind zwei Anti-Kriegsromane von mir veröffentlicht.

 

 

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